Ein Programm, das in der Projektorganisation oft zu wenig Beachtung findet, ist der VoIP-Dienst Skype. Ich muss zwar gestehen, dass ich Skype bisher auch eher stiefmütterlich behandelt habe und es lediglich genutzt habe, um mit einigen wenigen Freunden in Kontakt zu bleiben und hin und wieder mit ihnen zu telefonieren. Doch spätestens seit diesem Semester weiß ich, dass VoIP durchaus helfen kann, im großen Stil Zeit und Nerven zu sparen. Skype schafft nicht nur den Brückenschlag zwischen klassischem Instant Messaging und Internettelefonie, sondern ermöglicht auch das unkomplizierte Austauschen von Dateien (wobei die Übertragungsgeschwindigkeit hier dann doch des Öfteren zu wünschen übrig lässt). Als Instant Messenger ist Skype gut, als VoIP-Dienst noch besser. Headset anstecken, Kontakt auswählen, anrufen. So einfach kann das Leben sein. Dass das Ganze auch in der Konferenzschaltung funktioniert, macht die Sache noch schöner.
Während unserer Planungsphase hatten wir die Gelegenheit, Skype einem seriösen Test zu unterziehen. Der Plan war, ein Gruppengespräch mit unserer Betreuerin zu führen. Fünf Studenten und eine Projektbetreuerin, verloren in den endlosen Datenströmen des Internets. Na, das kann ja was werden. Es wurde tatsächlich. Und zwar ziemlich gut. Das Gruppengespräch war relativ schnell eingerichtet und nach und nach stießen die einzelnen Gesprächsteilnehmer dazu. Die Sprachqualität überraschte mich dabei am meisten. Trotz der insgesamt sechs Personen (die Summe der zu übertragenden Daten wird dabei ja auch nicht weniger) konnten wir uns gegenseitig sehr gut verstehen. Ein sehr nützliches Gimmick ist dabei ein gelb leuchtender Rand um das Bild der Person, die gerade spricht. So sieht jeder der Gesprächsteilnehmer sofort, dass gerade jemand spricht und vor allem, wer gerade spricht. Das wirkt Wunder, man fällt sich dadurch gefühlt seltener ins Wort und die Gesprächssituation bleibt immer überschaubar und ruhig. Eine Konferenzschaltung mit Video ist zwar möglich, aber kostenpflichtig. Macht nichts, funktionieren tut es allemal.
Alle Gespräche über Skype sind verschlüsselt und auch die Architektur des Programms bietet keine Angriffsflächen für Viren oder Würmer. So lautet zumindest die Aussage des Skype-Sicherheitschefs Kurt Sauer. Die Datenschutzaktivisten von Privacy International dagegen konstatierten dem Internettelefonie-Anbieter vor genau einem Jahr einige Sicherheitslücken (siehe hier). Diese Sicherheitslücken sollten für Otto-Normaltelefonierer jedoch weitestgehend unbedenklich sein.
Und um das nochmal kurz ins Gedächtnis zu rufen: das Programm ist kostenlos.
Hier ist übrigens noch ein sehr interessanter Bericht der Deutschen Welle über das Entwicklungszentrum von Skype in Tallinn, Estland.
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